17.02.2021

Predigt am Aschermittwoch B21

Mt 6,1-6.16-18

Liebe Schwestern und Brüder!

1. Die Fastenzeit markiert einen Zeitabschnitt, der das je eigene Leben auf den Prüfstand stellt. Damit ist klar, worum es geht: Um das Leben, um ein gutes Leben, um ein Leben in Einklang mit dem Nächsten, mit Gott und mit mir selbst. Das Evangelium sagt es schön: „Wenn du Almosen gibst“, „wenn du betest“, „wenn du fastest“. Almosen: Hier kommt der Nächste in den Blick; Gebet: Hier kommt Gott in den Blick; Fasten: Hier komme ich in den Blick. Darum geht: Diese drei Bereiche, Nächster, Gott, mein Leben, kommen in den Blick und kommen auf den Prüfstand. Es geht dabei also nicht um unsere Lebensqualität, sondern es geht um eine Erfahrung, einmal etwas auszuprobieren und anders zu machen.


2. Dabei kann es ruhig auch mal etwas anstrengend sein. Es geht auch anders. Das hat Jesus vorgelebt. In der Wüste hat er nicht einfach mal Steine zu Brot gemacht, weil er Lust hatte, etwas zu essen. Er ist nicht vom Tempel gesprungen, um sich die Anerkennung der Leute zu erhaschen. Er hat sich nicht alle Reichtümer der Welt angeeignet, wenn er dafür den Teufel anbetet. Nein, es geht auch anders. Wenn alle Steine auf eine Frau werfen wollten, weil sie bei Ehebruch ertappt wurde: Jesus nicht. Wenn alle meinen, am Sabbat dürfe man nicht heilen, hat Jesus doch geheilt. Wenn alle sagen, Zöllner und Sünder haben bei Gott nichts zu suchen, so beruft Jesus einen Zöllner in seine Nachfolge. Einmal das Leben anders denken.


3. Ich habe in einer Zeitschrift ein paar schöne Beispiele gefunden, die konkret verdeutlichen, was gemeint sein könnte:

  • Ein Vater, 43 Jahre, berichtet: „Und worauf fastest du? Mit dieser Frage hat mich unser Großer (11 Jahre) ins Schwitzen gebracht. Er hat mir nämlich einen sehr konkreten Vorschlag gemacht: Ich soll darauf verzichten, beim Abendessen immer von der Arbeit zu reden, sondern auch mal zuzuhören.“.
  • Eine Frau, 34 Jahre, schreibt: „Jeden Tag 10 Minuten früher aufstehen als sonst. Ich hab’s geschafft, letztes Jahr in der Fastenzeit jeden Tag mit einem Abschnitt aus dem Markusevangelium – das ist das Kürzeste – zu beginnen. Was ich nicht verstanden habe, habe ich überlese. Was mich berührt hat, habe ich mit in meinen Tag genommen: „Gottesliebe und Nächstenliebe – kein anderes Gebot ist größer als diese beiden“. Da fühlt sich der Tag gleich anders an. Es war aufregend!“
  • Ein Vater, 44 Jahre alt, schreibt: „Wir unterhielten uns neulich darüber, dass es anderen Menschen in anderen Ländern so schlecht geht. Mein Sohn Paul, 10 Jahre, meinte, dass er doch nichts dafür kann, dass andere arm sind. Meine Tochter Lea, 7 Jahre, sagte: Aber die tun mir doch leid. Wir haben ein richtig gutes Gespräch miteinander geführt. Was wir durchs Fasten – kein Nachtisch, weniger Fleisch – sparen, kommt in ein kleines Kästchen. Natürlich wird auch gemault, bei Kindern wie bei mir – das macht nichts, das gehört dazu. Dafür freut man sich umso mehr auf Ostern. An Ostern wollen wir das gesammelte Geld dann für Straßenkinder in Brasilien spenden. Paul hat das Misereor-Projekt mit ausgesucht.“
  • Ein 11jähriges Mädchen schreibt: „In unserer Mädchengruppe haben wir uns was Neues ausgedacht. Keine Süßigkeiten zu essen, ist ja was für die Kleinen. Also: Wir wollen nicht schlecht reden über andere, auch nicht am Handy. Das ist gar nicht so einfach, weil manche ja wirklich doof sind.“

Ja, Fastenzeit: Einmal etwas anderes ausprobieren. Es geht auch anders.

Franz Langstein

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