10.11.2019

Predigt zum 32. Sonntag C19

Lk 19,27-38

Liebe Schwestern und Brüder!

1. Ich erinnere mich noch, damals, als ich sechs Jahre alt war, das war 1964, da hatte mein Vater sein erstes Auto gekauft: ein weißer VW-Käfer, 1200 ccm. Und ich weiß auch noch, mit welchem Stolz und welcher Freude er oft noch Jahre später davon erzählte, was es für ihn damals bedeutete: Mit dem ersten selbst verdienten Geld sich ein Auto zu kaufen. Als ich dann mein erstes Auto hatte, konnte ich das gut nachvollziehen.


2. Es gibt einen ein gutes Gefühl, etwas Besonderes zu besitzen. Eigentum kann einen in der Tat mit Freude erfüllen. Es gibt ein Art Zusammengehörigkeit zwischen dem Besitzer und dem Eigentum, die sich in den Worten ausdrückt: „Das gehört zu mir. Das ist meins.“


3. Eine ähnliche Art von Zusammengehörigkeit drückt sich ja auch in menschlichen Beziehungen aus. Mitunter ebenfalls eine Zusammengehörigkeit, die mit Stolz und Freude erfüllt, wenn Menschen sagen: „Das ist meine Frau“, „das ist mein Mann“, „unsere Kinder“. Eine Zusammengehörigkeit, vielleicht kann man sogar sagen, ein gegenseitig sich in Besitz geben, welches enorm das eigene Selbstwertgefühl steigert.


4. So verstehe ich dann auch den Satz, den Jesus am Ende des heutigen Evangeliums bringt, sozusagen als Schriftbeweis für die Auferstehung; wenn Jesus sagt: „Dass aber die Toten auferstehen, hat schon Mose in der Geschichte vom Dornbusch angedeutet, in der er den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt.“ Der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Hier drückt sich eine starke Zusammengehörigkeit aus: Der Gott, der zu Abraham gehört; der Gott, der zu Isaak gehört; der Gott, der zu Jakob gehört. Ja, man könnte sogar, hier kommt ein sich in Besitz geben zum Ausdruck: Der Gott, der sich Abraham zum Besitz gibt, der sich Isaak zum Besitz gibt, der sich Jakob zum Besitz gibt. Und so wie Zusammengehörigkeit mit Stolz und Freude erfüllt, kann man wagen zu sagen: „Gott ist mit Stolz und Freude erfüllt, sich der Gott Abrahams nennen zu dürfen.“ Wir haben ja gesehen: Zusammengehörigkeit erfüllt mit Freude.


5. Mit diesen Gedanken versucht Jesus die Sadduzäer von der Auferstehung zu überzeugen, die diese leugnen. Mit einem lächerlichen Argument, nämlich mit dem Beispiel einer Frau, die nacheinander zur Frau von sieben Brüdern wird, und mit der Frage, wem die Frau nun im Himmel gehören solle, versuchen sie die Auferstehung lächerlich zu machen. „Und Jesus antwortet: Im Himmel heiratet man nicht mehr“. Sie gehört niemanden mehr. Es gibt keine Exklusivität der Zusammengehörigkeit mehr. Denn uns allen gehört Gott, uns allen wird Gott zutiefst zu Eigen, so dass wir selbst zutiefst uns in Gott erkennen als Brüder und Schwestern. Und, wenn Eigentum mit Stolz und Freude erfüllt, so wird es nicht nur meine ewige Freude sein, zu Gott zu gehören, sondern es wird auch Gottes ewige Freude, der Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, der Gott Franz Langsteins usw. sein zu dürfen. Und in heiligen Zeichen von Brot und Wein schenkt sich Gott in Christus jetzt uns zu Eigen.   

Franz Langstein

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