06.03.2019

Predigt am Aschermittwoch 2019


Liebe Schwestern und Brüder!

1. Vor einiger Zeit hatte ich ein paar Jugendliche gefragt: „So, Leute, am Mittwoch ist Aschermittwoch, da beginnt die Fastenzeit. Habt ihr schon Vorsätze für die Fastenzeit oder irgendwelche Ideen, was ihr machen wollt?“ Einer der Jugendlichen sagte sofort: „Ich brauche nicht zu fasten; bei uns gibt’s freitags sowieso kein Fleisch.“ Eine andere bekräftige das sofort und sagte: „Ich bin Vegetarierin und brauche auch nicht zu fasten“. Andere antworteten Ähnliches. Es ging dabei immer um irgendeinen Verzicht.   


2. Damit lagen die Jugendlichen auf der gleichen Linie, wie man heute so von der Fastenzeit spricht. Kirchliche Verbände, Seelsorgeämter, ob katholisch oder evangelisch, christliche Vereine: Man geizt nicht mit Vorschlägen, wie denn die Fastenzeit zu gestalten sei. „Sieben Wochen ohne“, heißt eine Aktion. Ohne Auto, ohne Handy, ohne Internet, ohne Fernsehen, ohne Plastik, ohne Fleisch. Also Handyfasten, Autofasten, Internetfasten, Alkoholfasten, Zigarettenfasten usw. Das klingt gut und überzeugend. Wer kann sich dem schon entziehen. Man will ja schließlich was tun für die Umwelt und für die Gesundheit. Manchmal hat man den Eindruck, da wollen einige die Fastenzeit plausibel machen. Nur: jemand fehlt. Gott fehlt.


3. Also nicht ein Fasten „ohne“, sondern ein Fasten „mit“. Ich habe den Jugendlichen geantwortet: „Wenn ihr schon nicht wisst, was ihr euch in der Fastenzeit vornehmen könnt, dann mach ich euch mal einige Vorschläge: Wie wäre es, abends vor dem Schlafengehen ein kleines Dankgebet als Abendgebet zu sprechen, still, für sich allein. Oder morgens beim Aufwachen Gott um seinen Segen für den Tag zu bitten. Oder mal was ganz Verrücktes zu machen: In der Bibel zu lesen. Oder mal, um den eigenen Glauben ein wenig zu vertiefen, ein interessantes Buch über den Glauben, über Gott, zu lesen. Also nicht fasten „ohne“, sondern fasten „mit“. Mit Gott. Gebet, Gottesdienst, vielleicht auch mal aus der Reihe an einem Werktag.


4. Man wird ja heute bei der Sinngebung der Fastenzeit nicht müde zu betonen, dass es um ein ganzheitliches Heil geht, um Heil des Leibes und der Seele. Und dabei spielen so Dinge wie Alkoholfasten, Fernsehfasten als manchmal große Zeitverschwendung und anderes eine sinnvolle Rolle. Und oft hat man den Eindruck, irgendwie geht es um Wellness für die Seele. Dabei aber wird auch wiederum Gott vergessen. Er ist das Heil der Seele. Papst Franziskus hat das in seiner Eröffnungsansprache für die Fastenzeit 2018 so ausgedrückt: Das „wirkliche Leben“ sei etwas ganz anderes, „und das Herz weiß das gut“. Es gehe darum, „die heilende und versöhnende Zärtlichkeit Gottes zu erfahren“. Heilende Zärtlichkeit Gottes. Was für eine schöne und tiefe Formulierung. Wenn man also schon davon spricht, dass die Fastenzeit dem Heil der Seele dient, dann ist nur Autofasten, Zigarettenfasten, Internetfasten kurz: dann sind „Sieben-Woche-ohne“ zu wenig.


5.   Die christliche Fastenzeit meint deshalb immer eher ein Fasten mit: Mit Gott, mit Gebet, mit Gottesdienst, mit der Erfahrung der Liebe Gottes. Und von daher kehrt Heil beim Menschen ein. Ein Heil, dass sich dann auch positiv auswirkt auf das Umfeld des Menschen.

Franz Langstein

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(nicht während der hessischen Schulferien)
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