27.05.2018

Predigt am Dreifaltigskeitssonntag 2018


 

Liebe Schwestern und Brüder!

1. „Geht zu allen Völkern und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ So haben wir gerade eben gehört. Wir wurden und werden so nach alter Tradition getauft auf den „Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Wir sind also auf den Dreifaltigen Gott getauft. Was meint das? Warum sind wir nicht einfach auf Gott getauft? 



2. Wie wollten wir denn Gott einigermaßen umschreiben? Natürlich kann man den Unbenennbaren nicht umschreiben. Aber ganz allgemein, eher dem Gefühl nachgebend, kann man vielleicht sagen: es gibt eine Wirklichkeit, die alle Wirklichkeiten unserer Welt umfasst, und in der wir ganz und gar geborgen und aufgehoben sind, weil diese Wirklichkeit „Liebe“ ist. Wir leben in einer größeren und umfassenderen Wirklichkeit als was wir als Wirklichkeit wahrnehmen. Diese größere und umfassendere Wirklichkeit ist vor allem gekennzeichnet durch das Schweigen. Wir hören sie nicht und sehen sie nicht. Wir sagen zu dieser größeren und schweigenden und somit zugleich geheimnisvollen und heiligen Wirklichkeit „Vater“, weil Christus uns dies gelehrt hat, tun zu dürfen.



3. Aber diese uns umgebende Wirklichkeit hat den Drang, sich mitzuteilen, ja sich selbst mitzuteilen, weil sie Liebe ist. So ist in Anlehnung an die griechische Philosophie aus dem Schweigen das Wort zu uns gekommen. „Und das Wort ist Fleisch geworden“. Das Wort ist die Selbstmitteilung Gottes, ist Gabe Gottes, Hingabe Gottes. Es ist selbst Gott. Er schenkt sich in diesem Wort, in seinem „Sohn“, wie wir sagen.



4. Weil dieses Wort für mich ist, weil es mich meint, kann ich es verstehen. Das Wort provoziert dann die Antwort, das Gegenwort, mein Wort. Es kommt zu einem dynamischen Prozess, zu einer dynamischen Gottesbeziehung. Diese Dynamik zwischen Gott und Menschen nennen wir Christen „Heiliger Geist.“ 
Deshalb taufen wir auf den „Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Die größere uns umfassende und bergende Wirklichkeit nennen wir „Gott Vater“. Aus ihm entspringt wie aus einer Quelle, die das Wasser der Taufe symbolisiert, das Leben, das göttliche Leben, an dem wir Anteil erhalten durch die Selbstmitteilung Gottes, die wir „Sohn“ nennen. Und so sind wir hineingenommen in die Liebesdynamik Gottes, die wir „Heiligen Geist“ nennen.

Franz Langstein

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(nicht während der hessischen Schulferien)
Dienstag 8.30 h immer der letzte Dienstag im Monat


Morgengebet mit anschließendem Frühstück im Kirchensälchen (aktuell findet der Gottesdienst aufgrund von Corona nicht statt!).
Donnerstag 9.45 h Heilige Messe im APH St. Elisabeth, Lahnstraße 8 (aktuell findet der Gottesdienst aufgrund von Corona nicht statt!).
Freitag 18.30 h Heilige Messe