10.06.2018

Predigt am 10. Sonntag B18

Mk 3,20-22.31-35

Kinderpredigt

Liebe Schwestern und Brüder!

1. Ich möchte euch am Anfang eine schöne Geschichte erzählen. Die handelt von drei Schmetterlingen: einen weißen, einen gelben und einen blauen. Die Schmetterlinge freuten sich, weil gerade schönes Wetter war. Und sie spielten miteinander und tanzten und flogen von Blume zu Blume. Es war ein schöner Tag und die drei hatten großen Spaß. Plötzlich aber kamen dunkle Wolken auf. Und es fing ganz heftig an zu regnen. Das ist natürlich nichts für die Schmetterlinge, wenn die Flügel nass werden. Schnell flogen sie zu einer Lilie und baten sie: „Liebe Lilie, mach uns doch deine Blütenblätter auf, damit wir darin Unterschlupf finden können bis der Regen aufhört“. Da sagte die Lilie: „Den weißen Schmetterling, der so aussieht wie ich, den nehme ich gerne auf. Die anderen aber mag ich nicht“. Da sagte der weiße Schmetterling zur Lilie: „Wenn du meine Freunde nicht aufnimmst, dann will ich auch nicht.“ Und schnell flogen sie weg zur Tulpe. „Liebe Tulpe, mach uns doch deine Blüten auf, damit wir Schutz finden vor dem Regen“. Da sagte die Tulpe: „Gut, den Blauen und den Gelben nehme ich gern auf, aber ich mag keine weißen Schmetterlinge. Der soll draußen bleiben“. „Lieber wollen wir zusammen nass werden“, antworteten der Blaue und der Gelbe, „als dass wir einen von uns im Stich lassen.“ Und die drei flogen davon. Mit der Zeit aber hörte der Regen auf. Die drei setzen sich auf den Boden, breiteten ihre Flügel aus und ließen ihre Flügel trocknen. Dann tanzten und spielten sie wieder. Und jetzt waren sie noch mehr zu Freunden geworden und hatten noch mehr Spaß miteinander.
 
2. Das war nicht fein von der Lilie, die da gesagt hat: „Ich mag den blauen und den gelben Schmetterling nicht.“ Oder von der Tulpe, wenn die sagt: „Ich mag den Weißen nicht“. „Mit denen will ich nichts zu tun haben. Ihre Farbe gefällt mir nicht. Ihr Aussehen gefällt mir nicht. Die sind komisch. Die sind anders.“  
 
3. Wir haben heute im Evangelium etwas ganz Ähnliches gehört. Da gab es auch welche, die haben gesagt: „Wir mögen den Jesus nicht. Der ist so ganz anders, der ist so komisch.“ Da waren seine engsten Angehörigen, die kamen, um Jesus zurückzuholen. Er war nämlich von zu Hause ausgezogen und mit  seinen Jüngern unterwegs. Jetzt wollten ihn die Angehörigen zurückholen: „Sie machten sich auf den Weg, um Jesus mit Gewalt zurückzuholen. Denn sie sagten: Er ist von Sinnen“. Also: Er ist verrückt. Oder die Schriftgelehrten. Das waren ja ganz schlaue Leute. Die sagten sogar: „Jesus ist vom Anführer der Dämonen besessen.“ Der ist so komisch, so anders. Merkwürdig, wie die Leute von Jesus denken: Er ist verrückt, er ist besessen. Ja, Jesus war ganz anders. Er hat denen geholfen, denen niemand half. Aussätzigen, den Zöllnern, den Ausgegrenzten und den Unreinen. Jesus hat so etwas gesagt wie: „Ihr sollt eure Feinde lieben.“ Ja, ganz verrückt ganz anders. Und am Ende geht er freiwillig den Kreuzweg, um auch da noch seine Liebe zu zeigen: Liebe gegen Hass, Frieden gegen Gewalt. Ohnmacht gegen Macht. Der ist verrückt, der ist wirklich verrückt.  Wir können das verstehen, wenn die Leute so denken.
 
4. Und dann kommen sie also: Die Mutter von Jesus und seine Angehörigen und wollen ihn nach Hause holen. „Da kamen seine Mutter und seine Brüder, sie blieben vor dem Haus stehen und ließen Jesus herausrufen. Es saßen viele Leute um Jesus herum, und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und fragen nach dir. Jesus antwortete: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“  Seht: Das ist jetzt so wie bei der Geschichte von den Schmetterlingen: Die haben zusammengehalten. Wenn die Lilie und die Tulpe einige von uns für komisch halten; wir halten zusammen. Wir bleiben Freunde. Und so ist das auch bei Jesus: Wenn auch seine Mutter und seine Brüder ihn für verrückt halten,  und wenn die Schriftgelehrten glauben, er ist von bösen Geistern besessen: Jesus und seine Freunde halten zusammen. „Die hier“, sagt Jesus, „die auf das Wort Gottes hören und die versuchen, den Willen Gottes zu erfüllen, die  sind meine Freunde. Wir halten zusammen.“ 
 
5. Und da sind wir schon angekommen bei uns. Manchmal kann es uns auch so gehen, dass wir als Christen belächelt werden, für komisch gehalten werden. Und dann müssten wir auch wie Jesus sagen können: „Die hier, alle die hier, die an Gott glauben, die versuchen, den Willen Gottes der Nächstenliebe zu leben, alle die hier sind wie Brüder und Schwestern, wie eine neue Gemeinschaft. Wir halten zusammen.“  Wie die Schmetterlinge. Wir passen aufeinander auf.

Franz Langstein

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