01.01.2017

Predigt an Neujahr 2017



Liebe Schwestern und Brüder!

1. Wir beginnen heute das neue Jahr mit einem Gottesdienst. Wir stellen dieses neue Jahr und damit unser Leben Gott anheim. Wir sind hier, um Segen zu empfangen und Gesegnete zu sein. Was das bedeuten kann, Segen zu empfangen und als Gesegnete ins neue Jahr zu gehen, davon kündet die erste Lesung.

 

2. Mose erhält von Gott den Auftrag, Aaron und seinen Söhnen, also den Priestern, zu sagen, wie sie die Israeliten segnen sollen. Und dann folgt das, was unter den Namen „Aaronitischer Segen“ in die Liturgie eingegangen ist. „Der Herr segne und Dich und behüte Dich“. Das ist zunächst einmal ein Wunsch, der hier ausgesprochen wird. Ein schöner Wunsch. Wer wollte nicht gesegnet sein und behütet durch das Leben wandern? Aber worin besteht der Segen? Wie kann ich das erfahren, dass ich gesegnet und behütet bin?

 

3. Da ist dann zweimal vom Angesicht Gottes die Rede: „Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil“. Ist das nicht schön formuliert? Angesicht über uns leuchten? Angesicht zuwenden? Wir kennen doch alle solche Erfahrung, wenn uns jemand wohlwollend oder voller Zuneigung anschaut. Oder wenn ein Kind das Antlitz seiner liebenden Mutter über sich sieht. Geborgenheit, Frieden, Lächeln machen sich breit.

 

4. Aber wie haben wir das Angesicht Gottes regelrecht zerschossen? Wir haben aus Gott jemanden gemacht, der uns mit obrigkeitlicher Aufseher-Manier anschaut. Wir stellen uns einen tadelnden Polizeiblick vor oder den kleinkarierten Blick eines moralischen Aufpassers oder gar den strafenden Blick eines Richtergottes. Wir müssen es wieder ganz von vorne lernen, dass ein liebendes Angesicht auf uns blickt. Wir müssen wieder neu die Erfahrung machen, dass ich so von Gott angeblickt werde, dass ich eine tiefe Ruhe und einen tiefen Frieden und ein Geliebtsein und Geborgensein empfinde. Vielen Menschen fällt es schwer, sich vorzustellen, dass Gott sie liebend und wohlwollend und wertschätzend und freudig anblickt. Das ist übrigens auch mal eine gute geistliche Übung: sich Gottes liebendes Angesicht über mir vorzustellen. Darin also besteht der Segen, dass ich darum weiß oder hin und wieder ahne, dass über mir Gottes Angesicht liebend und wertschätzend leuchtet.

 

5. Und so wird auch das lateinische Wort für Segen wieder deutlich: Benedictio. Gutheißung, jemandem Wert zusprechen. Das ist ja bei uns Menschen schon so. Wenn mich jemand freudig und wohlwollend und liebevoll  anblickt, dann fühle ich mich wertgeschätzt. Das also ist der Segen, dessen wir uns heute neu vergewissern: Wir lassen Gottes Angesicht über uns leuchten und lassen zu, dass Gottes Angesicht uns zuwendet. Und in dieser liebevollen Zuwendung seines Antlitzes erfahre ich eine tiefes Geborgensein und Geliebtsein. Ich erfahre, dass ich ein Gesegneter und Behüteter bin.

 

6. Mit dieser Erfahrung und dieser Gewissheit gehen wir ins neue Jahr. Eine Erfahrung, die uns im Kind von Bethlehem geschenkt ist und die wir jetzt und in jeder Heiligen Messe machen dürfen.

Franz Langstein

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Gottesdienste

Samstag 17.30 h Vorabendmesse alle 2. Wochen in St. Jakobus, Wenkbach
Sonntag 11.00 h Heilige Messe
Sonntag 11.00 h Kinderwortgottesdienst im Kirchensälchen, am 2. und 4. Sonntag im Monat (aktuell findet der Gottesdienst aufgrund von Corona nicht statt!).


(nicht während der hessischen Schulferien)
Dienstag 8.30 h immer der letzte Dienstag im Monat


Morgengebet mit anschließendem Frühstück im Kirchensälchen (aktuell findet der Gottesdienst aufgrund von Corona nicht statt!).
Donnerstag 9.45 h Heilige Messe im APH St. Elisabeth, Lahnstraße 8 (aktuell findet der Gottesdienst aufgrund von Corona nicht statt!).
Freitag 18.30 h Heilige Messe