19.07.2015

Predigt als Aufruf und Motivation zur Mitarbeit in verschiedenen Arbeitsfeldern



Liebe Schwestern und Brüder!

1. Ich will heute die Gelegenheit nutzen, sozusagen weil heute meine „Wiedereinführung“ ist, unseren Blick auf Programmatisches und Zukünftiges zu werfen. Die Frage also: Was ist uns als Gemeinde wichtig? Was sollte hier unbedingt erhalten bleiben? Und wer kann sich so damit identifizieren, dass er sich motiviert fühlt, mitzumachen?


2. Ich will dem nur kurz einen theologischen Block voranstellen. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil hat sich die Sichtweise dessen, was Kirchengemeinde ist, wesentlich verändert. Die Kirchengemeinde vor dem Konzil spielte keine allzu große Rolle. Die Kirche lag in den Händen der Geweihten, Bischöfe und Priester. Sie galten als Ausspender des Heils. Die Leute, insofern sie sich in einer Kirche versammelten, waren die Empfänger. Die Verantwortung für die Kirche lag bei den Bischöfen und Priestern (noch heute ist dieses Denken nicht ganz aus den Köpfen), während die Leute einfach nur das Ihrige tun mussten, um ihr Heil zu erlangen. Nach dem Konzil hat sich das geändert. Es war die Rede vom „Volk Gottes“. Jetzt waren alle Getauften Träger und Verantwortliche für die Kirche. Und das gilt erst recht für eine Kirchengemeinde: Eine Gemeinde ist so gut und stark und lebendig, wie ihre Glieder das sind. Das heißt: Verantwortliche und Träger der Gemeinde sind die Gemeindemitglieder selbst. Den Auftrag und die Sendung dazu haben wir in der Taufe empfangen. Ich denke, das ist uns klar. Ich wollte es nur noch mal für das Folgende in Erinnerung rufen.


3. Damit sich aber jemand für eine Gemeinde verantwortlich fühlen kann, gehört etwas Wesentliches dazu: er muss sich mit dieser Gemeinde, zumindest teilweise, identifizieren könne. Er muss sagen können: Das, was hier ist, das finde ich gut. Das hilft. Das ist erhaltenswert. Und dafür will ich mich, soweit es geht, einbringen. Um mich mit einer Kirchengemeinde identifizieren zu können, muss ich die Erfahrung gemacht haben: Hier geschieht etwas Wesentliches und Wichtiges auch für mich, für mein Leben oder für uns und für unser Leben. Wenn man diese Erfahrung gemacht hat, dann kommt man zu dem Schluss: Ich will, dass das hier möglichst erhalten bleibt und fortgeführt wird.


4. So viel als Vorwort. Ich muss noch dazu sagen, dass dieser Aspekt, dass wir die Gemeinde tragen und lebendig erhalten, jetzt aktueller wird als sonst, weil – wie Sie wissen – die personelle Situation sich verändert. Unsere Gemeindereferentin Frau Posse wird bald in Mutterschutz gehen, so dass wir eine zeitlang ohne Gemeindereferentin auskommen müssen. Aber selbst ohne diese Veränderung gilt: Die Gemeinde selbst entscheidet, was ihr wichtig ist und was sie für erhaltenswert, förderungswürdig oder ganz allgemein als wichtig erachtet und umsetzen möchte.


5. Und hier möchte ich Ihnen jetzt einige Aufgabenfelder benennen, die wir im PGR besprochen haben und die wir für so wichtig erachten, dass diese unbedingt erhalten bleiben müssen oder auch neu eingerichtet werden müssen. Es sind Arbeitsfelder, die unsere Gemeinde wesentlich ausmachen und geprägt haben. Für jedes Arbeitsfeld haben wir einen Ansprechpartner aus dem PGR, der aber erst mal nur die Interessenten sammelt. Weitere Infos und Schritte folgen später.

 

  • Ein wichtiger Punkt unseres Gemeindelebens ist die Erstkommunionvorbereitung. Wir haben hier vor allem durch die ehemalige Gemeindereferentin Silvia Möller und durch die jetzige Jennifer Posse eine sehr gute Qualität erreicht, die gerade junge Familien sehr anspricht. Das muss unbedingt erhalten bleiben. Und ich habe da auch immer wieder die Erfahrung gemacht, wie sehr den Eltern auch die religiöse Erziehung ihrer Kinder am Herzen liegt. Wer sich also hier angesprochen fühlt, wer also sagt, ja das ist für mich und unsere Kinder oder das war für mich und unsere Kinder sehr wichtig und da will ich deshalb dafür Sorge tragen, dass das erhalten bleibt, dem können wir genau hier die Mitarbeit für den kommenden Kommunionkurs ans Herz legen. Der Ansprechpartner hierfür ist Herr Bernd Wachtel. ….

  • Ebenfalls in diese Richtung geht der nächste Punkt: Auch hier sind besonders diejenigen angesprochen, denen die religiöse Erziehung ihrer Kinder auf dem Herzen liegen. Wir bieten hier etwas an, was ebenfalls dadurch zu einer wichtigen Säule unsres Gemeindelebens geworden ist, weil auch hier ein hoher Standard erreicht worden ist: Die Kindergottesdienste, alle 14 Tage sonntags. Wer sich hier engagieren möchte, kann sich nachher bei Frau Andrea Hessberger melden….

  • Ja, etwas ganz Wunderbares, ebenfalls auf sehr, sehr hohen katechetischen und gottesdienstlichen Niveau ist das Krippenspiel, das bisher immer von Herrn Klaus Dorn in Zusammenarbeit mit der Gemeindereferentin und vielen Ehrenamtlichen durchgeführt wurde. Hier hat sich meines Wissens schon eine Gruppe gebildet, dich sich da weiterhin engagieren will. Denn dieses Krippenspiel ist etwas, was tatsächlich zu Kugelkirchengemeinde dazu gehört. Wer da mitmachen will – dafür steht dann Herr Malte Luther zur Verfügung.

  • Wir sprechen ja hin und wieder auch Menschen an, die mehr so am Rande oder außerhalb der Gottesdienstgemeinde sich bewegen. Und das ist ja auch ganz wichtig. Eine Veranstaltung, die zu uns als Kugelkirchengemeinde gehört, ist der Kulturabend. Große und kleine Künstler bringen hier etwas auf die Bühne, was sie sich sonst nicht trauen würden, weil sie eben keine Profis sind. Aber es tut einfach mal gut, in lockerer und lustiger Atmosphäre etwas von dem zu zeigen, was man ja auch kann, ohne dass dieses Können gleich zum Beruf gemacht wurde. Dieser Kulturabend wurde von Pastoralreferent Günter Tucher eingeführt und später von Peter Müller weitergeführt. Diese Art der Zusammenkunft sollte auch unbedingt erhalten bleiben. Wer also sagt: Ja, Mensch, das wäre ja auch was für mich. Ich bin ja auch so ein mehr oder weniger großer Künstler, da hätte ich Lust zu – genau dem können wir dieses Arbeitsfeld „Kulturabend“ anbieten. Wer also hier mitmachen will, der meldet sich nachher bei Frau Ursula Dorn.

  • Ein anderer Bereich, der unbedingt intensiviert werden muss, ist die Öffentlichkeitsarbeit. Bei uns gibt es so viel Großartiges, aber wir behalten es zu oft für uns. Beispiele: 3TM: Am Sonntag – warum bringen wir uns da nicht ein? Ich könnte mir als Beispiel vorstellen, dass an dem Sonntag von 3TM wir hier den Sonntagsgottesdienst besonders gestalten. Zum Beispiel vielleicht von irgendwo einen Gospelchor mal einladen und dass das dann genau im Programmheft von 3TM stehen wird: Der katholische Sonntagsgottesdienst in der Kugelkirche wird mit dem Gospelchor musikalisch gestaltet. Es sind ja so viele Gäste in Marburg. Und wenn so etwas im Programmheft von 3TM steht, dann könnte so mancher, der sich fragt, wo gibt es in Marburg Gottesdienst an diesem Sonntag, hierher kommen. Oder andere großartige Dinge: Die Orchestermessen, unsere Osternacht, Gastchöre, die hier singen, Krippenspiel – all das findet keinen Niederschlag in der Öffentlichkeit. Wer also sagt: Ja, Mensch, das darf so nicht sein, wir könnten viel besser Aushängeschild sein, der kann sich nachher bei Frau Astrid Morin melden.

  • Ich muss jetzt mal gleich Schluss machen, sonst wird es zu viel und zu lang. In Kürze noch einiges, das aber auch sehr wichtig ist und angegangenen werden sollte: Jugendarbeit. Gemeint   ist hier nicht, wie wir es organisieren können, dass Jugendliche regelmäßig treffen, sondern gemeint ist, welche Angebote wir auf die Beine stellen sollten, die Jugendliche anspricht: Fahrten, Wochenende, Pilgerwanderung nach Fulda, Fahrten nach Rom, Assisi, Taize oder Ähnliches… Als Ansprechpartner steht hier Herr Norbert Zander zur Verfügung.

  • Und noch eins: Hauskreise: Es wäre wünschenswert, wenn sich innerhalb unserer Gemeinde kleinere Gemeinschaften als Hauskreise bilden, die vielleicht einmal im Monat zusammenkommen und neben der Pflege des Miteinanders auch über ein religiöses Thema ins Gespräch kommen. Denn der Wunsch nach religiöser Vertiefung ist ja da. Wer sich dafür interessiert, meldet sich bitte nachher bei Frau Bernadette Banaskiewicz .


6. Und wenn Sie eigene Ideen einbringen wollen – bitte, immer gern. Und wenn das alles etwas viel war und das Ganze noch etwas setzen lassen wollen, können Sie sich auch später im Pfarrbüro melden und Ihr Interesse für das eine oder andere kundtun. Und Sie können das auch nochmal auf unserer Internetseite unter „Predigt“ nachlesen. Sie spüren, dadurch, dass ich jetzt hier bleibe, habe ich so richtig Freude und Lust gewonnen, in dieser Gemeinde zu sein und mit Ihnen etwas zu gestalten und voran zu bringen. Und vielleicht ist auch bei Ihnen ein Funke dieser Freude im Herzen entfacht. Wissen Sie, ich gehöre nicht zu den Pessimisten, die wir meistens in den Kirchenleitungen antreffen und die uns sagen, wie sehr alles bergab geht. Ich glaube an ein Wort, das mittlerweile in vielen Kirchenleitungen ein Fremdwort geworden ist wofür sie ausgelacht werden: Gemeindewachstum. Davon bin ich überzeugt, dass das möglich ist. Und es reizt mich, es den Pessimisten zu zeigen, dass entgegen allen Statistiken Gemeindewachstum möglich ist. Zeigen wir es.


7. Und noch ein kurzes Schlusswort: Wenn jemand sagt, dass er aus welchen Gründen auch immer nirgendwo sich engagieren kann oder möchte – das macht nichts. Es muss da jetzt keiner ein schlechtes Gewissen haben. Es ist einfach auch schön und wichtig, dass er da ist. Denn diese Gottesdienstgemeinde, die von jedem einzelnen getragen wird, ist auch an sich schon etwas sehr Schönes und Wertvolles. Und jeder, der da ist, ist ein Teil davon und trägt es mit.

Franz Langstein

Kontakt

Katholisches Pfarramt

St. Johannes Evangelist


Ritterstraße 12
36037 Marburg

Tel. 06421-91390

Fax: 06421-913914

Pfarrbüro - Öffnungszeiten

Montag - Freitag: 8.00 - 12.00 Uhr


Montag, Mittwoch & Donnerstag:

13.30 - 17.30 Uhr

 

Gottesdienste

Samstag 18.00 h Vorabendmesse alle 2. Wochen in St. Jakobus, Wenkbach
Sonntag 11.00 h Heilige Messe
Sonntag 11.00 h Kinderwortgottesdienst im Kirchensälchen, am 2. und 4. Sonntag im Monat


(nicht während der hessischen Schulferien)
Dienstag 8.30 h immer der letzte Dienstag im Monat


Morgengebet mit anschließendem Frühstück im Kirchensälchen
Donnerstag 9.45 h Heilige Messe im APH St. Elisabeth, Lahnstraße 8
Freitag 18.30 h Heilige Messe