18.10.2015

Predigt am 29. Sonntag im Jahreskreis B15

Mk 10,35-45


Liebe Schwestern und Brüder!

1. „Evangelium unseres Herrn Jesus Christus“, so heißt es jedes Mal nach dem Ende des Evangeliums. Und die Gemeinde antwortet: „Lob sei dir Christus“. Das ist zwar manchmal Routine, ein Ritual in der Liturgie, nicht immer bewusst nachvollzogen. Dazu ist man das zu sehr schon gewohnt. Aber dennoch: Wir tun uns und wir tun es gern und wir würden das auch gar nicht abgeschafft haben wollen: Denn wir sind überzeugt, dass das, was wir da hörten, wirklich Evangelium - frohe Botschaft - ist und dass wir dem, dem wir diese frohe Botschaft verdanken, unseren Lobpreis schenken: „Lob sei dir Christus“. Auch wenn wir das nicht immer bewusst sagen, sagen wir aber doch aus der Überzeugung heraus: Es ist richtig, es gehört sich so, es ist gut, dass wir so sagen. Was macht eigentlich eine frohe Botschaft zur frohen Botschaft?


2. Wir kennen da sicherlich genügend Beispiele aus dem eigenen Leben: Da ist jemand, der lange arbeitslos war und plötzlich erhält er einen neuen Arbeitsplatz, vielleicht sogar eine Art Traumberuf. Da ist jemand, der ist in eine Frau verliebt und plötzlich merkt er, dass diese Liebe erwidert wird und ein großes Glück bahnt sich an. Da ist jemand, der ist schwer krank und dann bekommt er den Satz zu hören, das wird schon wieder. Oder da sind zwei, die sind zerstritten, tagelanges Schweigen, aus dem Weg gehen, und plötzlich fängt einer an ein Wort der Versöhnung zu sprechen. Und Sie könnten noch lange fortfahren in der Liste der Beispiele, wann Menschen eine Art „Frohe Botschaft“ erleben. Es wäre immer das Gleiche: Frohe Botschaft schenkt Hoffnung, bringt Glück, macht Freude, sie ist voller Verheißung und eröffnet plötzlich wieder Zukunft, die vorher noch verschlossen schien. Frohe Botschaft eröffnet aber nicht nur Zukunft, sie macht auch Mut zur Zukunft. Und da sind wir heute schon mitten im Thema, wenn wir, die Kirchengemeinden Marburgs und Fronhausens den Zukunftstag begehen. Denn auch dieses Evangelium, das wir eben gerade hörten, ist frohe Botschaft und eröffnet Zukunft.


3. „Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein.“ Ist dieser Satz nicht zukunftsweisend? Wir haben Zukunft, wir haben Verheißung, wir haben Glück – so sagt es das heutige Evangelium – wenn wir einander Diener sind; und wenn wir groß sein wollen, dann darin, dass wir einander Sklave, also füreinander da sind. Diese Haltung verheißt Zukunft.


4. Wir sollten wohl das für uns beherzigen. Wir, die Kirchengemeinden, haben keine Zukunft, wenn wir nur auf uns bedacht sind und die Größten sein wollen und dem anderen nichts Gutes gönnen. Wir haben Zukunft, wenn wir füreinander da sind, aufeinander achten, einander „dienen“, wie es heißt. Also einander dafür sorgen, dass es dem anderen gut geht. Nur diese Haltung, was übrigens auch für die gesamte Menschheit gilt, verheißt Zukunft.


5. Und das gilt umso mehr, wenn man einer schwierigen Zukunft entgegen geht. Gerade dann gilt es, aufeinander zu achten, einander beizustehen, dem anderen zu dienen, bei dem anderen das zu fördern, was ihm gut tut und was ihm voranbringt. Das ist heute die Frohe Botschaft, die wir vernehmen. Trauen wir dem Wort Jesu, das uns, wenn wir diese Haltung haben, Zukunft verheißt.


6. Denn auch Christus wurde unser Diener, so dass wir Zukunft haben in die Ewigkeit hinein.

Franz Langstein

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