01.01.2015

Predigt an Neujahr 2015



Liebe Schwestern und Brüder!

1. Wenn wir uns heute hier in der Kirche versammeln, am Neujahrstag, dann tun wir das auch, um den Segen zu empfangen für das neue Jahr, für die Wege, die wir gehen, die Schritte, die wir tun, und tun dies hier in der Kirche, um uns im heiligen Sakrament der Gegenwart Christi auch im neuen Jahr zu vergewissern. Ja, diese Vergewisserung wird uns im Sakrament als Zusage geschenkt. „Ich, dein Gott, bin bei dir“.


2. Und wir versammeln uns auch deshalb am Neujahrstag in der Kirche, bitten um seinen Segen, empfangen das heilige Sakrament, weil wir Menschen sind. Menschsein heißt nämlich auch: Die Zukunft im Blick haben und sein Leben auf Zukunft hin bedenken. Und Menschsein heißt auch, dass wir wissen, dass da eine Zukunft auf uns zukommt, dass da noch etwas wird. Aber – und das ist es -, wir wissen zwar um die Zukunft, kennen sie aber nicht. Der Mensch weiß um die Zukunft und weiß sie doch nicht. Zukunft ist für uns oft „unbekanntes Land.“, das wir aber betreten müssen. Der Mensch weiß also, dass Zukunft auf ihn zukommt, und dass damit Unbekanntes auf ihn zukommt, deshalb sind wir hier, um Segen und Gottes Nähe für diese Zukunft zu erbitten und zu erfahren. So gehen wir Christen mit unserem Bewusstsein von Zukunft um. Wir wissen nicht, ob sie gut wird; wir wissen nicht, was da kommt; wir wissen nicht, ob es hell oder dunkel wird; wir wollen aber eines: Bitten um Segen und Gottes Nähe, damit wir das, was da kommt, meistern, durchstehen, annehmen, ja selbst uns zum Segen werde.


3. Und so wird uns heute auch am Neujahrstag Maria vor Augen gestellt. Der Neujahrstag ist gleichzeitig auch das Hochfest der Gottesmutter Maria. Es ist ihre Haltung, die hier vor Augen gestellt wird: Einmal, als der Engel Gabriel ihr die Botschaft brachte, antwortete Maria: „Mir geschehe, wie du gesagt hast“. Und heute im Evangelium heißt es von Maria: „Sie aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach“. Es wird uns in Maria die Haltung des Vertrauens aufgezeigt. Und dass das nicht so einfach daher gesagt ist, dass wird Maria spätestens unter dem Kreuz erfahren müssen.


4. Es macht doch wirklich einen Unterschied aus, wie der Mensch auf Zukunft hin geht. Ängstlich, sich permanent absichernd, Zukunft vielleicht verdrängend, sich betäubend, sich in Oberflächlichkeit abzulenkend, das Unbekannte fürchtend, oder ob er sie wirklich empfängt, vertrauensvoll, und sie begreift als die Zeit, die er gestalten soll und als die Zeit, die ihm gegeben ist, selbst zu wachsen in Glaube, Hoffnung und Liebe, sozusagen heranzureifen für die Ewigkeit. „Sammelt euch Schätze im Himmel“. Die Zeit, in der ich wachse für die Ewigkeit und die Zeit, die mich wachsen lässt für die Ewigkeit. Die Zeit, die ich gestalte, aber auch die Zeit, von der ich gestaltet werde.


5. Deshalb ist es gut, wenn wir uns heute hier versammeln. Weil wir genau so die Zukunft verstehen wollen und den Segen erbitten: Damit wir vertrauend das Unbekannte annehmen, nicht vor ihm flüchtend. Ihn bittend, dass das Unbekannte selbst uns immer zum Segen werde. Denn in allem will Gott mir entgegenkommen. Deshalb empfangen wir auch immer wieder dieses Sakrament als Zeichen seiner Entgegenkommens und seiner Gegenwart.

Franz Langstein

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Freitag 18.30 h Heilige Messe